12. Kapitel: Neu in John Maritus Levritan

Ich bin soweit. Es kann weitergehen. Ich bin endlich bereit, es mit Yulon und John aufzunehmen, ich weiß jetzt das Yulons Tod viel gutes gebracht hat. Doch erstmal Training. Ich frage: „Kannst du gut kämpfen Xet?“ Er sagt: „Mehr oder weniger, könnte besser sein.“ Ich grinse: „Bei mir genauso, Logan, kannst du uns trainieren?“ Logan nickt: „Mit Sicherheit.“ Ich ziehe mich erstmal um, hinter der Trennwand. Blaues Hemd und schwarze, anliegende Hose, dazu schwarze Stiefel und meine Dolche in ihren Scheiden, an meinem Oberschenkel. Ich mache mir noch einen Zopf und komme dann hervor: „Bin bereit, wir gehen am besten zum Trainingsplatz.“ Xet geht vor, Logan und ich folgen ihm. Wir gelangen sehr schnell am Platz an. Logan stellt sich vor Xet und mich. Er benutzt fürs erste seine Dolche, die er aus seinen Stiefeln zieht. Er sticht einen nach hinten, tritt mit dem Bein und sticht den anderen hinter sich. Xet und ich machen ihm nach. Ich weiß, jeder hat seinen Kampfstil, deshalb wird das hier auch nicht lange dauern, da wir Kämpfen werden, gegeneinander aber so das niemand schwer verletzt wird. Logan: „Na los, strengt euch an. Ich weiß schon, der Ansporn fehlt, das ist eine andere Situation, ihr werdet gegeneinander kämpfen, der der am Boden liegt und auf diesen dreimal schlägt hat verloren.“ In Gedanken bin ich beeindruckt, bester Ritter den ich habe, auf jeden Fall. Xet und ich stellen uns gegenüber. Wir verneigen uns kurz und dann gibt Logan das Startzeichen. Wir gehen im Kreis, keiner von uns will angreifen. Doch dann fängt Xet an. Er rennt auf mich zu, dann springt er ab und will mich mit einem Tritt treffen. Ich ducke mich und stell mich wieder hin, Xet ist auf den Boden gefallen. Doch das hält ihn nicht lange auf, er springt auf die Beine und dreht sich wieder zu mir. Dann rennt er auf mich zu, er nimmt sich seine Dolche, ich zücke meine Dolche ebenfalls. Ich wehre seine Schläge, mit meinen Dolchen ab. Dann gebe ich ihm einen Tritt in die Bauchkuhle, er stürzt zu Boden. Ich setze mich schnell auf ihn, ich lege meine linke Kniescheibe zwischen seine Rippen, den rechten Fuß stelle ich auf seine Armkuhle. Ich habe ihn. Ich nehme mit meiner linken Hand, einen meiner Dolche und lege die spitze davon an seinen Hals. Xet klopft dreimal auf den Boden. Logan: „Und Ihr sagt, Ihr benötigt Training?“ Ich hebe nur die Schultern, dann gehe ich von Xet runter, stecke meine Dolche zurück in die Scheide und helfe Xet hoch. Xet: „Ihr seit wirklich gut.“ Ich grinse: „Danke.“ Ich bin gut im Kämpfen. Scheinbar verlerne ich nicht. Hat sicherlich Vorteile. Dann sehe ich Levrox. Ich grinse: „Was suchst du hier?“ Levrox erwidert: „Darf ich jetzt nicht mal mehr, meiner Schwester zu sehen?“ Ich antworte: „Es ist unhöflich, auf eine Frage, mit einer gegen Frage zu antworten.“ Levrox grinst: „Nur wenn man zum Adel gehört.“ Ich schüttele ironisch den Kopf: „Du gehörst doch auch dazu.“ Levrox Gesicht verfinstert sich: „ICH will aber nicht dazu gehören!“ Er klang wütend, doch er hat die Wut unterdrückt. Ich sehe wie er weg geht. Ich sehe ihm hinter her. Logan meint: „Können wir weiter machen?“ Xet sagt: „Ja gleich. Xalia, vielleicht solltet Ihr eurem Bruder nach gehen.“ Ich sehe ihn an, doch er nickt. Ich renne Levrox hinterher. Xet wird mit Logan trainieren. Aber das ist mir egal. Ich kann mir schon denken, wo ich Levrox finde. Da wo ich denke, finde ich ihn auch, an einem kleinen See mit ein paar Bäumen. Ich sehe ihn an, er sagt: „Ich wollte nie zum Adel gehören, Xalia.“ Ich sehe ihn besorgt an: „Ich weiß was du meinst, aber man kann nicht ändern, wer man ist.“ Er nickt aber sieht mich nicht an, sondern sieht in das Wasser. Er meint: „Wie waren sie? Unsere Eltern meine ich.“ Ich denke nach, doch ich weiß ja selbst nicht mehr viel über sie: „Ich weiß nicht mehr genau, aber ich weiß, das sie all das Gute, was du besitzt in sich hatten. Deshalb erinnerst du mich sehr an Vater.“ Er sieht mich an und grinst etwas: „Alles gute ja?“ Ich nicke. Levrox fragt: „Du mochtest unseren Vater sehr was.“ Ich nicke und bekomme tränen in den Augen: „Ja, ich habe ihn geliebt, er hat mich so viel gelehrt und dann....“ Ich weine: „Ich weiß nicht, wie ich es weiter ohne ihn schaffen soll, aber ich mache weiter, egal wie schwer es wird. Außerdem habe ich ihm etwas versprochen, ich habe ihm Versprochen das ich, ich das zu Ende bringe, was er angefangen hat.“ Levrox steht auf und stellt sich zu mir, er nimmt mich in den Arm: „Ich weiß wie schwer dir alles fallen muss. Genauso schwer, wie es für mich war euch zu verlassen, meine Familie zu verlassen.“ Ich drücke mich an ihn. Ich sage: „Danke.“ Er hält mich auch im Arm. Dann höre ich wen, ein Kind: „Papa?! Papa!“ Dann sehe ich es, es rennt auf uns zu, ich lasse von Levrox ab und deute auf das Kind. Levrox geht in die Hocke und öffnet seine Arme, das Mädchen rennt in diese. Levrox: „Xenia..“ Ich verstehe, seine Tochter. Dann höre ich eine Frau rufen: „Xenia?!“ Xenia ruft: „Mami! Ich hab Papi gefunden.“ Das muss also seine Frau Marie sein. Sie kommt um die Ecke und sieht Levrox und mich: „Xenia, komm hier her!“ Xenia sagt: „Nein! Ich will bei Papi bleiben!“ Marie: „Xenia!“ Doch Xenia bleibt bei Levrox, welcher sich schon hingestellt hat: „Marie.“ Marie steht sauer an der Ecke und geht dann auf Levrox zu, sie gibt ihm eine Back pfeife: „Das ist dafür, das du ohne auch nur ein Wort zu sagen, gegangen bist. Weißt du wie ich mich gefühlt habe, Levrox? Und dann sehe ich dich, mit einer anderen Frau!“ Sie sieht mich an, ich sage: „Aber...“ Sie unterbricht: „Halt du dich da bloß raus! Was glaubst du eigentlich, wer du bist hm? Mir einfach meinen Ehemann weg zu nehmen und einer Tochter, ihres Vaters zu berauben!?“ Levrox: „Hör doch mal zu! Sie ist meine Schwester! Und benötigt meine Hilfe!“ Ich benötige seine Hilfe? Seid wann?! Ich frage: „Deine Hilfe?“ Levrox hält meinen Mund zu. Das ist gemein, aber ich überlasse ihm die Diskussion. Marie: „Deine Schwester ist dir also wichtiger?! Dann hättest du es mir auch so sagen können.“ „Ging nicht. Du wärst mit gekommen.“,meint Levrox. Marie: „ICH BIN JETZT SOWIESO HIER!“ Levrox ist still, ich sehe zu Xenia welche sich die Ohren zu hält, dann schlage ich Levrox Hand weg: „Siehst du nicht was du da tust?!“ Ich nehme Xenia in den Arm: „Ist ja gut, Tante Xalia ist ja da. Unverantwortlich, sich vor einem Kind zu streiten und dann noch vor dem eigenen!“ Ich gehe weg mit Xenia im Arm. Levrox hatte nur ein grinsen im Gesicht, so können die zwei sich ausdiskutieren. Xenia kuschelt sich in meinen Arm. Sie ist ziemlich süß. Xenia schläft in meinem Arm ein, ich gehe mit ihr auf mein Zimmer und lege sie auf mein Bett. Ich streife ihre Haare aus ihrem Gesicht und dann grinse ich. Sie erinnert mich irgendwie an mich. Ich war auch immer Papa-Kind. Habe nie auf meine Mutter gehört, aber hatte sie dennoch unendlich dolle Lieb. Ich hoffe nur, das sie nicht so wird wie ich. Aber es wird ihr sowieso anders ergehen. Sie sah zu wie ihre Eltern stritten. Das tut mehr weh, als alles schlimme auf der Welt, zu sehen zu müssen wie sich die eigenen geliebten streiten. Ich habe wohl doch Glück, das meine Eltern nicht mehr sind. Ich lege mich zu Xenia und sie kuschelt sich im Schlaf an mich. Ich streichele sanft ihren Hinterkopf. Ich mag sie. Yulivon und Yulissa haben eine gute Cousine. Ich bin glücklich, doch jetzt wo ich hier so liege, frage ich mich, wo bleiben die Gabs? Sie waren doch hinter mir her. Was heckt John schon wieder aus? Xenia schläft auf-einmal sehr unruhig. Ich streichele ihren Rücken und hoffe, dass es funktioniert. Doch sie schreckt hoch. Sie sieht mich an und fragt: „Mama und Papa bleiben zusammen oder?“ Ich nicke: „Ja, kleines. Sie haben nur eine kleine Diskussion, wenn sie nicht zusammen bleiben, dann bring ich sie um. Einverstanden?“ Ich grinse, sie nickt: „Einverstanden.“ Sie ist echt süß. Aber ich würde ihre Eltern nicht töten, na gut vielleicht ihre Mutter, ich mag Marie nicht aber ich kann die Gefühle, meines Bruders nicht verändern. Sie kommen nun mal aus seinem Herzen. Ich sage: „Xenia, willst du hier bleiben, in meinem Zimmer?“ Sie schüttelt den Kopf. Ich sage: „Na gut, dann komm mit mir.“ Sie grinst und schnappt sich sofort meine Hand. Ich nehme sie mit in den Thronsaal. Dann sehe ich Jake auf dem Thron. Stark, Mächtig und unerreichbar, jedoch nicht für mich. Er grinst zu mir: „Xalia.“ Ich nicke: „So heiße ich.“ Er grinst. Ich knie mich zu Xenia hinunter und sage: „Guck mal da vorne, das ist dein Onkel, Jake, er ist mein Ehemann.“ Xenia grinst: „Du liebst ihn dann bestimmt, ganz, ganz dolle.“ Ich nicke: „Er ist alles was ich habe, alles was ich zum leben brauche, wie meine Familie.“ Sie sieht mich an: „Ich mag ihn, du hast einen süßen Mann.“ Ich lächle: „Irgendwann, wirst du auch einen haben.“ Sie nickt. Dann höre ich Aniesa: „Wir sind da.“ Ich sehe zu ihr. Yulissa und Yulivon, sie können schon gehen? Hätte ich mir denken können. Sie sind schließlich Zauberwesen. Deshalb reifen sie nun einmal schneller. Sie sind an der Hand von Aniesa. Ich habe ihre ersten Schritte verpasst. Aber ich bin froh, die kleinen zu sehen. Sie gehen langsam zu mir und fallen in meine Arme. Wie lange war ich denn weg? Ich denke nach, es müssen schon etwa 3 bis 4 Monate vergangen sein. Yulissa sagt: „Nama.“ Yulivon aber sagt nichts. Dann sieht Yulissa, Jake er ist bereits aufgestanden. Yulissa lässt mich Los und geht auf ihn zu: „Tapa.“ Jake nimmt sie in den Arm. Ich behalte Yulivon im Arm, welcher sich an mir festhält. Xenia fragt: „Wer ist das?“ Ich antworte: „Yulissa und Yulivon, meine beiden Kinder.“ Sie grinst: „Die sind auch süß.“ Ich erwidere: „Ja, das sind sie.“ Ich stehe auf aber behalte Yulivon im Arm. Ich habe eine Entscheidung getroffen, ehe ich noch mehr versäume, muss die Welt für die beiden sicher sein. Ich werde tun, was niemand von mir denken würde. Ich werde Spionin. In Levritan. Ich sage zu Jake: „Pass du auf die drei kleinen auf, ich muss noch trainieren.“ Jake nickt, ich küsse ihn und flüstere: „Ich Liebe dich.“ Er sagt: „Genauso wie ich dich.“ Ich gehe auf mein Zimmer und ziehe mir ein einfaches weißes, langärmliges Hemd an, dazu eine braune Hose und braune Stiefel, in welche ich meine Dolche packe und meine Kette, die ich nie wieder abmachen werde. Jetzt nur noch eins, ich setze mich vor den Spiegel. Zu einer neuen Identität, gehört eine neue Frisur. Ich sehe mich im Spiegel an und überlege, kurze Haare. Doch wie kurz? Oder behalte ich meine langen Haare? Nein, besser beides. Ich schneide mir einen Stufenschnitt und einen Pony, ich bin nicht mehr wieder zu erkennen. Jetzt nur noch ein Weißes Kopftuch, fertig. Jetzt nehme ich noch einen Braunen Umhang, den ich mir über meinen Kopf ziehen muss, der Umhang hat auch eine Kapuze. Jetzt noch einen normalen Lederbeutel, 3 Goldstücke müssen reichen. Ich nehme meinen Wasserschlauch und packe mir 2 Äpfel ein. Es wird bereits wieder Dunkel, ich gehe Los. Ich sage niemanden etwas. Hinterlasse nicht einmal einen Zettel. Sondern gehe Los. Ich weiß es wird mir leid tun, doch ich hab ja auch noch mein Volk hinter mir. Hoffe ich. Selbst wenn nicht, ich habe zwar bereits meine Liebe, ich habe auch meine eigene Familie aber etwas fehlt einfach immer noch. Es ist etwas, was in mir fehlt. Ich weiß auch was. Der Glaube, das Vertrauen, ich wünschte es wäre anders aber, ich empfinde keine Intensive Liebe. Es ist nur Liebe, die wie zu Freunden man haben sollte und zu Freunden, ist es Liebe, die man nur zu Bekannten hat. Ich höre auf zu Lieben. Obwohl ich es so gerne wollte. Ich hoffe es führt nicht dazu, das ich dadurch Liebende hasse. Ich gehe zu Fuß. Es ist noch immer höchster Winter. Doch als Bauer, hat man nun mal keine Fell Kleidung. Ich befürchte, das sogar der normale Mantel etwas besonderes in John´s Reich ist. Nun ja, ich lebte vorher ja auch bei ihm. Wir konnten es uns leisten, wir waren ja auch Jäger und Tischler. Vater war oft am Abend oder im Winter jagen und im Sommer, arbeitete er eher als Tischler und Mutter kümmerte sich um die Paar Tiere, wir hatten ja nicht viele. 2 Pferde und 3 Hühner und 1 Hahn. Ich gehe dennoch Los, auch wenn der nächste Sturm, schlimm zu werden scheint. Doch ich weiß, ich kann es schaffen, wenn es Bergab geht, kann ich dort hinunter rutschen und wenn ich erst einmal beim Fluss bin, dann kann ich darauf laufen, man gleitet so schneller. So fern man nicht hinfällt. Ich finde einen Weg. Ich gehe den normalen weg von Maritu bis nach Levritan. 2 Tage benötige ich, mit einer Pause vielleicht 3 Tage, es ist Winter, so dauert auch der Weg länger. Hauptsache ich Versuche es, ich kann nicht einfach da sitzen und auf den Tod warten oder gar darauf warten, dass andere für mich sterben, wenn es doch die Schuld meiner Familie war. Ich muss mich außerdem noch beweisen. Ich muss das schaffen, ich muss mir etwas beweisen, so wie meinem Volk, es muss sehen, dass ich es führen kann und das ich alles, für es tun würde. Ich gehe weiter und passe auf, wo ich hin trete. Der Schnee ist sehr hoch. Er geht mir bis über meine Kniescheiben. Ich stapfe durch den Schnee und versuche gut voran zu kommen. Ich falle hin, in den Schnee und bin Eiskalt, doch ich stehe wieder auf. Ich sehe nach vorn und zurück, doch zurück kann ich nicht mehr, dazu bin ich schon zu weit vorne. Ich gehe weiter gerade aus. Ich friere jetzt jedoch. Sollte ich erfrieren, dann wäre mein Leichnam gut Konserviert in dem Schnee. Irgendwer würde meine Leiche finden und ich würde Märtyrerin werden. Vielleicht nütze ich Tod mehr. Aber noch bin ich es nicht und solange ich Lebe, werde ich nicht aufgeben für die Sicherheit meines Landes zu sorgen. Ich werde weiter Kämpfen, egal was noch kommt. Jede Sekunde, die dieses Herz schlägt, das weiß ich. Auf-einmal falle ich wieder hin, mein Gesicht in den Schnee. Ich stütze mich mit den Armen und sehe hoch. Ich stehe erneut auf. Nichts und niemand wird mich aufhalten. Nicht mal, ich selbst. Ich gehe weiter. Doch es ist bereits Nacht, der Nebel zieht auf und es wird nicht nur kalt, sondern Eiskalt. Dann beginnt es zu Schneien und Wind kommt auf. Ich sehe den Vollen Mond, durch die weißen Schnee Wolken scheinen. Dann höre ich einen Wolf jaulen. Das Geheul kommt aus dem Wald. Er wurde von seinem Rudel getrennt. Ich kann diesen Schmerz durchaus nachvollziehen, es ist wie seine Familie zu verlieren, da eine Familie das eigene Rudel ist. Ich gehe weiter, hoffentlich gefrieren das Wasser und die Äpfel nicht. Aber das wird geschehen, Wasser gefriert immer, wenn es Kälter wird. Ich hätte wohl heißes Wasser mit nehmen sollen. Oder etwas Alkohol hineinpacken müssen. Oder beides. Aber Wasser kann ich über Feuer erhitzen und die Äpfel schmecken schließlich auch gebraten. Doch bei dem Wetter. Wie entzündet man da ein Feuer? Vater hatte es mich einst gelehrt. Doch ich erinnere mich nicht. Ich bin froh das ich überhaupt noch an ihn denken kann, ohne zu vergessen. Dann sehe ich eine kleine Gestalt durch den Nebel stapfen. Erst als sie näher kommt, erkenne ich etwas. Ein Wolf. Der Wolf der geheult hat vielleicht? Ich ziehe meine Dolche, der Wolf steht vor mir. Er hat dunkelblondes Fell und sieht mich mit seinen braunen, treuen Augen an. Er hat den Schwanz nach hinten, unten. Er hat angst. Ich sage: „Sitz!“ Er setzt sich. Ich senke die Dolche und grinse. Der Wolf setzt seinen Kopf schräg und sieht mich fragend an. Ich meine: „Guck nicht so. Geh wieder zurück, ich kann nichts mit dir anfangen.“ Er sieht nun traurig zu mir. Ich gehe weiter, doch der Wolf folgt mir. Ich drehe mich und seufze einmal kurz: „Du lässt nicht locker was?“ Er kommt näher. Ich lasse ihn kurz an meiner Hand schnüffeln, dann streichele ich ihn, am Hals: „Vielleicht sollte ich dir einen Namen geben.“ Er grinst mich auf irgendeine Weise an. Ich sage den Namen: „Gefällt dir vielleicht... Xavon?“ Er bellt kurz und dreht sich einmal im Kreis. Ich weiß nicht wieso, aber ich will ihn so nennen, wie Vater. Ich gehe weiter und der Wolf, welchen ich ab sofort Xavon nenne, folgt mir. Ich mag den kleinen. Doch so klein, ist er scheinbar nicht mehr. Ich würde ihn auf etwa 4 oder 5 Jahre schätzen. Wieso er Sitz kann, kann ich mir denken. Ich reime mir alles zusammen: vielleicht wurde er ja in einem Wolfsrudel geboren, doch dann hat er sich vielleicht verletzt und wurde von einem Menschen gefunden. Dann ist er zurück in sein Rudel, doch er konnte sich nicht mehr richtig eingewöhnen und wurde deswegen ausgestoßen. Das wäre für mich Realistisch. Aber was kann man schon Realistisch nennen, in einer Welt mit Zauberwesen. Ich grinse. Der kleine folgt mir ja noch immer. Er geht neben mir her. Ich gehe weiter. Dann geschieht es. Ein Schneesturm. Der Schnee wirbelt durch die Luft. Der Wind, weht stark ich halte meine Hand vor meinem Gesicht und gehe gegen den Wind an. Etwas gutes hat der Wind. Sollten die Gabs mir entgegen kommen, so rieche ich sie. Doch wenn sie mich von hinten verfolgen... Ich würde sie nicht riechen. Ich würde sie spüren, aber erst dann, wenn sie ziemlich nah sind. Bei dem Wetter gegen diese Dinger zu Kämpfen, wäre ziemlich gefährlich. Schon der Gedanke daran, das sie im Winter vielleicht mehr Chancen haben, lässt mich eine Gänsehaut bekommen. Wenn ich ausrutschen würde, wäre ich ihnen ausgeliefert. Erbarmungslos, würden sie mit mir tun, was John ihnen befohlen hat. Was würde mit Xavon geschehen? Ich muss den Gedanken abwenden und erstmal den Schneesturm überwinden. Auf einmal spüre ich, wie etwas spitzes auf mich fällt. Noch schlimmer, Hagel. Der Schneesturm wird zum Hagelsturm. Der Nebel wird Höher, Er geht mir nun bis zu meiner Hüfte, dichter Nebel. Ich sehe Xavon nicht mehr, aber etwas warmes in der Nähe, meines rechten Beines. Das wird Xavon sein. Ich gehe weiter und falle erneut zu Boden. Ich bemerke, dass es rutschiger ist. Das bedeutet, ich befinde mich auf gefrorenem Wasser. Ich bin am Fluss. Ich habe es also über die Grenze geschafft.

12.8.14 19:56

Letzte Einträge: 11. Kapitel: Xet , 13. Kapitel: Neue Identität, 14. Kapitel: Endlich Besiegt?, 15 Kapitel: Yulons Beerdigung, Krank zur Arbeit wegen Leitung

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen